Wer bin ich?

Dienstag, 18. März 2008, 17.02 Uhr | Giesbert Damaschke

Wer auch nur ein wenig im Internet aktiv ist, der taucht in sehr bald in verschiedenen virtuellen Zusammenhängen auf. Sei es, dass er in Webforen mitdiskutiert, sei es, dass er sich bei einem Angebot wie Facebook oder Xing einen Account zulegt oder dass er über eine eigene Website im Internet präsent ist.

Das ist einerseits gut und schön, denn genau so funktioniert das Internet: als großes, weltweites Kommunikationsmedium, das um so besser arbeitet, je dichter vernetzt man sich in ihm bewegt. Andererseits wirft dieses neue Medium auch neue Probleme auf, zu denen mit dem Boom der verschiedenen Web-2.0-Angebote besonders die Identität der Netznutzer gehört.

Die Möglichkeiten, im Internet unter falscher Flagge zu segeln, sind vielfältig, schließlich ist es nicht so ohne weiteres zu entscheiden, ob zwei Personen mit gleichen Namen auch tatsächlich identisch sind, oder ob es sich hier um einen bloßen Zufall handelt. Oder, schlimmer noch, ob sich hier jemand mit Absicht als jemand anderes ausgibt und in dessen Namen aktiv ist. Das mag in manchen Bereichen noch spielerischer Unfug sein, in anderen nähert es sich schnell betrügerischen Absichten.

Eines der Verfahren, es den Betrügern möglichst schwer zu machen, besteht darin, an einer zentralen, vertrauenswürdigen Stelle die verschiedenen virtuellen IDs zu hinterlegen, die zu einer bestimmten Person gehören. So entsteht eine beglaubigte, virtuelle Identität der jeweiligen Person.

Hier hat in den letzten Jahren das Angebot von ClaimID weite Verbreitung gefunden. Der Einsatz ist denkbar einfach. Man legt einen Account bei ClaimID an und trägt anschließend die Webseiten ein, die zu einem gehören. Anschließend sollte man die Einträge möglichst verifizieren, ansonsten bleibt immer das Restrisiko, dass hier jemand eine falsche Identität zusammenträgt.

Für die Verifizierung generiert ClaimID einen besonderen Code, der in die Webseite eingetragen werden muss und von ClaimID später überprüft wird. Da nur derjenige, der an den Quellcode der Webseite herankommt diesen Verifizierungscode eintragen kann, kann die Verbindung zwischen Webseite und ClaimID-Account als gesichert betrachtet werden.

Außerdem kann ClaimID auch für alle Websites, Foren und Dienstleistungen im Internet benutzt werden, bei denen OpenID eingesetzt wird. Dabei handelt es sich um eine zentrale Account-Verwaltung, mit der man sich im Internet unter Umständen viel Zeit sparen kann. Statt bei der Anmeldung bei einem neuen Dienst im Internet immer wieder die gleichen Daten einzutippen, gibt man seine OpenID zusammen mit dem dazugehörige Kennwort ein und kann den Anmeldeprozess damit stark verkürzen.

Noch sind Angebot wie ClaimID oder OpenID in der Entwicklungsphase, aber man muss kein Prophet sein, um die wachsende Bedeutung dieses Themas vorherzusagen: es kann nicht schaden, sich frühzeitig damit zu beschäftigen.