Warum ich jetzt endlich meine USB-Sticks verschlüsselt habe

Mittwoch, 5. Dezember 2007, 10.00 Uhr | Giesbert Damaschke

Vor ein paar Wochen fand ich beim Rumkramen in meinen Schublanden einen ramponierten USB-Stick, an den ich mich überhaupt nicht erinnern konnte.

Ganz schön leichtsinnig

Vermutlich handelte es sich um ein Werbegeschenk, es konnte aber auch ein vergessener Speicherstick eines früheren Bürokollegen sein. Nach kurzem Zögern – es ist ja nie ganz ungefährlich, einen fremden Datenträger anzuschließen, aber das Risiko schien mir in diesem Fall kalkulierbar – habe ich den Stick einmal angestöpselt.

Er enthielt ein paar kryptische LOG-Dateien längst verschollener Datenbanksysteme. “Eigentlich ganz schön leichtsinnig”, dachte ich noch, “ein externes Speichermedium unverschlüsselt herumliegen zu lassen.” Dann habe ich Daten gelöscht, den Stick als zu alt und unbrauchbar wieder in die Schublade gestopft und nicht weiter daran gedacht.

Ein lehrreicher Schreck in der Abendstunde

Bis gestern abend. Da nämlich hörte ich ein klapperndes Geräusch, als ich am abend den Haustürschlüssel aus der Tasche zog: Das kleine Täschchen am Schlüsselbund, in dem ich normalerweise zwei USB-Sticks mit mir herumtrage, war offen. Und leer. Durch den Hauseingang wurde die Umgebung schwach erleuchtet und ich fand sehr schnell einen der beiden Sticks wieder. Der zweite, wichtigere blieb verschwunden. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit konnte ich davon ausgehen, ihn auf dem Schreibtisch im Büro vorzufinden – aber wirklich sicher sein konnte ich mir nicht.

Was mich dabei etwas beunruhigte war nicht der mögliche Verlust des USB-Sticks (den konnte ich für zehn Euro im Fachhandel problemlos ersetzen), sondern dass ich nicht wusste, welche Daten sich auf ihm befanden. “Nanu”, werden Sie jetzt vielleicht denken, “wie war das doch mit dem leichtsinnigen Umgang mit Daten? Erzählen Sie uns nicht mit schöner Regelmäßigkeit, dass man Daten verschlüsseln muss, wenn man sie mit sich herumträgt?”

Stimmt, das erzähle ich. Aber so wie die Kinder des Schusters die schlechtesten Schuhe haben, halte ich mich nicht immer an meine eigenen Ratschläge. Doch das habe ich zumindest für die USB-Sticks heute geändert. Denn heute morgen im Büro fand sich der vermisste Stick wieder ein und ich ging gleich daran, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen und verschlüsselte die Daten auf beiden Sticks.

Sollte ich sie jetzt noch einmal verlieren oder verlegen, wäre es nur noch ein vielleicht ärgerlicher, aber im Grunde schadloser Verlust.

Tool-Tipp: Truecrypt, die kostenlose Sicherheitslösung

Für die Verschlüsselung von Daten gibt es viele verschiedene Methoden. Eines der  populärsten und besten Programme für diesen Zweck ist das kostenlose und sehr leistungsfähige Programms Truecrypt, das ich an dieser Stelle nachdrücklich empfehlen möchte.

Mit Truecrypt lassen sich problemlos verschlüsselte Dateien und Ordner anlegen. Auch die Verschlüsselung ganzer Partitionen oder Laufwerke beherrscht das Programm. Dabei arbeitet es mit praktisch unknackbaren Verfahren.