Warum es auch für Word-Anwender sinnvoll sein kann, Open Office zu installieren
Wer am PC mit einem Office-Programm arbeitet, der entscheidet sich normalerweise für ein bestimmtes Programm und lässt die anderen Möglichkeiten links liegen. Wer seine Texte mit Word erstellt, der wird sich in der Regel für Open Office nur am Rand interessieren, wer mit Open Office arbeitet, wird Microsoft Office irgendwann von der Platte werfen. Schließlich sind Office-Pakte ziemlich dicke Brocken und warum soll man seine Festplatte gleich mit zwei solcher Programmboliden vollstopfen? Doch kürzlich habe ich in einem Internet-Forum einen Fall kennen gelernt, bei dem genau diese doppelte Installation die Rettung war.
Es begann mit einem Schreck am Morgen: Word konnte ein Dokument nicht mehr öffnen. Ja, schlimmer noch, es behauptete, die Datei sei überhaupt nicht vorhanden. Das versetzte den Autor des Dokuments in eine gewisse Panik. Schließlich hatte er seit mehreren Tagen an seinem Manuskript gearbeitet und, natürlich, wider besseren Wissens keine Sicherungskopie der Datei.
Die Fehlermeldung trat völlig ohne Warnung und gewissermaßen aus heiterem Himmel auf: Am Abend zuvor wurde das Dokument noch wie gewohnt von Word aus gespeichert, am nächsten Morgen behauptete Word, dass die Datei, die das Programm nur wenige Stunden zuvor selbst gespeichert hatte, nicht mehr zu finden sei.
Die erste Reaktion im Forum bestand aus einer Nachfrage – ob die Datei tatsächlich verschwunden oder noch an ihrem alten Platz zu finden sei?
Die Datei, so kam prompt die Antwort, sei genau da, wo Word sie gespeichert habe, aber sie ließe sich nicht mehr öffnen. Die Fehlermeldungen von Word seien wenig hilfreich, die nämlich scheinen davon auszugehen, dass der Anwender einfach nur zu dumm ist, sein Word-Dokument wiederzufinden.
Als nächstes wurde der Tipp ausprobiert, die Datei in ein anderes Verzeichnis zu verschieben und nach dem alten 8+3-Verfahren umzubenennen, also einen einfachen, acht Buchstaben langen Dateinamen ohne Umlaute oder andere problematische Zeichen zu wählen. Auch dieses Verfahren schlug fehl. Nach wie vor behauptete Word, die Datei, die man da mit einem Doppelklick öffnen wollte, existiere überhaupt nicht. Nach wie vor machte Word wenig hilfreiche Vorschläge, wie man das Problem lösen könne.
Den Weg zur Rettung zeigte der nächste Tipp. Man solle doch mal versuchen, die Datei in Notepad zu öffnen. Das funktionierte, wenn auch die Grafiken im Dokument nicht mehr vorhanden waren. Doch die waren, so der Autor nicht so wichtig, Hauptsache, der Text sei nicht verloren. Sicherheitshalber speicherte er diese halbwegs gerettete Version seines Dokumentes in einer Sicherheitskopie ab (aus Schaden wird man bekanntlich klug).
Der nächste Hinweis löste das Problem endgültig. Der Anwender möge es doch mit Open Office probieren. Gesagt, getan. Open Office wurde aus dem Internet geladen und installiert. Anschließend wurde die Word-Datei, von der Word störrisch behauptete, sie existiere überhaupt nicht, anstandslos und korrekt in Open Office geöffnet.
Es ist halt doch immer gut, eine Notfall-Lösung parat zu haben.
