Von Backups und Festplatten

Dienstag, 16. Oktober 2007, 16.42 Uhr | Giesbert Damaschke

Vor einigen Tagen haben ich an dieser Stelle davon berichtet, dass ich eine alte 180-GB- gegen eine neue 500-GB-Backup-Festplatte ausgetauscht hätte. Dazu schrieb mir Thomas K. aus Berlin:

Dies ist fachlich hinsichtlich der Datensicherheit der reine Unsinn, eine alte gebrauchte Festplatte für Backups zu verwenden.

Da hat Herr K. natürlich Recht. Und auch wieder nicht.

Denn natürlich ist es leichtfertiger Unsinn, eine alte Festplatte für Backups zu benutzen (so nach dem Motto “dafür wird’s schon noch reichen”). Aber das habe ich, ebenso natürlich, auch nicht getan. Sondern ich habe eine in die Jahre gekommene Platte (die natürlich auch mal neu war und ausdrücklich für Backups angeschafft wurde) durch eine neue Festplatte ersetzt.

Die alte Platte hatte aus drei Gründen ausgedient:

  • Sie bot mit 180 GB einfach zu wenig Speicherplatz. Als ich die Platte kaufte, da schienen mir 180 GB unvorstellbar viel Platz zu sein. Inzwischen bin ich eines Besseren belehrt worden. Schließlich bestehen die zu speichernden Daten nicht nur aus schlanken Textdateien, sondern auch aus Fotos, Filmen und Musik. Hier kommen leicht jede Menge GB zusammen.
  • Sie war laut. Die Geräuschentwicklung externer Platten ist ein echtes Problem und ein Hindernis bei der regelmäßigen Datensicherung. Denn wenn eine externe Festplatte zu laut ist, dann wird sie nur bei Bedarf eingeschaltet. Erfahrungsgemäß kann aber schon dieses kleine Hindernis dafür sorgen, dass ein Backup als “zu mühsam” aufgeschoben wird.
  • Sie war zu groß. Die alte Festplatte war, gemessen an den übrigen Dingen auf dem Schreibtisch, zu groß und wirkte immer wie ein plumper Fremdkörper. Auch das ist, so albern es klingen mag, ein Grund dafür, dass Backups unterbleiben. Denn gegen einen Gegenstand, der überwiegend unbenutzt störend in der Gegend herumsteht baut man eine unbewusste Abneigung auf. Das führte bei der Festplatte dazu, dass ich sie noch seltener benutzte.

Die neue Platte ist dagegen leise, klein, immer eingeschaltet und steht daher beim Einschalten des Computers sofort zur Verfügung. Dass sie überdies erheblich mehr Kapazität bietet, erwähnte ich ja schon.

Doch das allein reicht für ein Backup, das seinen Namen verdient, nicht aus. Natürlich ist es besser als gar nichts, wenn wichtige Daten regelmäßig auf einem zusätzlichen Datenträger gesichert werden. Doch vor Datenverlust schützt einen diese Methode auch nicht wirklich zuverlässig. Denn eine externe Festplatte ist nicht sicherer als die Festplatte im PC. Ein Backup-System sollte daher über mehrere Platten verfügen, auf denen die Daten redundant gespeichert werden. Fällt eine der Platten mit einer technischen Panne aus, kann das System mit den anderen Platten weiterarbeiten (Stichwort: RAID, was aber eine Wissenschaft für sich ist).

Doch ein Backup ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch des Anwenders. Und da bin ich, wie ich gestehen muss, alles andere als vorbildlich. Zwar weiß ich, dass Backups notwendig sind, zwar habe ich einen recht guten Überblick über die verschiedenen Ansätze und Methoden, aber in der Praxis hapert es ganz gewaltig an der Umsetzung des theoretischen Wissen.

Und dabei wird es, so fürchte ich, auch bleiben, so lange die Computer sich nicht selbst und vollautomatisch um die Datensicherung kümmern.