Pleiten, Pech und Pannen
Am Ende des Jahres stellen die Datenretter von Ontrack traditionell eine Hitliste der skurrilsten Datenträgerpannen zusammen. Zum einen, um die eigene Leistung zu bewerben, schließlich handelt es sich immer um Beispiele für Katastrophen, aus denen die Datenretter einen Ausweg gefunden haben. Zum anderen natürlich auch zur allgemeinen Erheiterung. Obendrein ist es doch auch ganz tröstlich, wenn man erfährt, dass auch Profis mitunter Fehler unterlaufen, die einem selbst passiert sind.
Man ist zum Beispiel nicht einfach nur zu blöd, wenn man Dateien überschreibt oder Flüssigkeiten verschüttet. Denn genau das ist auch einem Profifotografen und einem Wissenschaftler passiert. Der eine überschrieb versehentlich die Fotos einer Hochzeit (Platz 7), der andere verpasste einem Datenträger ungewollt ein Säurebad (Platz 6).
Besonders gefährdet sind natürlich USB-Sticks. Sei es, dass ein USB-Stick versehentlich mitgewaschen wurde (Platz 10), beim Füttern der Tochter in den Apfelbrei fiel (Platz 9) oder beim wütenden Wurf gegen die Wand kaputt ging (Platz 5) – mobile Daten leben gefährlich.
Das gilt auch, wenn Notebooks und Wasser zusammen kommen. So, wie bei dem leichtsinnigen Angler auf Platz 8, der auch im Ruderboot nicht von seinem Notebook lassen konnte und prompt kenterte.
Dass auch Wissenschaftler mitunter eher abseitige Einfälle haben, zeigt ein Fall aus Großbritannien. Dort rückte ein Wissenschaftler seiner quietschenden Festplatte mit einem Ölkännchen samt Bohrer zu Leibe und bereitete nicht nur dem Quietschen, sondern gleich der gesamten Festplatte ein Ende (Platz 3).
Auf Platz 2 steht ein Fallschirmabsturz der besonderen Art: Beim Funktionstest eines Fallschirms wurde eine Kamera an den Schirm gebunden und aus dem Flugzeug geworfen. Der Fallschirm versagte, die Kamera knallte auf den Boden und war natürlich (samt Datenträger) nur noch ein Haufen Schrott.
Den ersten Platz nimmt schließlich ein thailändischer Fotograf ein, der feststellen musste, dass sich in seinem externen Laufwerk Ameisen eingenistet hatten. Denen macht er mit Insektenspray den Garaus. Seinen Daten allerdings auch.
Meine Lieblingsgeschichte in diesem Zusammenhang erzählt allerdings John Christopher von der amerikanischen Firma DriverSavers. Der rekonstruierte vor einigen Jahren die Daten einer Festplatte und stellte fest, dass es sich dabei um jede Menge “Simpsons”-Material handelte, unter anderem um die Drehbücher zu zwölf Episoden. Es stellte sich heraus, dass der Auftraggeber einer der Simpsons-Autoren war und es sich um die einzige Kopie der Drehbücher zu noch nicht produzierten Folgen handelte. Wären diese Daten verloren gegangen, wären wir heute um zwölf sehr lustige Simpsons-Folgen ärmer.
Man bedankte sich standesgemäß mit einer Simpsons-Grußkarte, in die man folgende Sprechblasen einzeichnete:
Lisa: Driversavers recovered 100% of the data when dad spilled beer in his hard drive!
Homer: Yeah, but they only recovered 60% of the beer …
Man kann halt nicht alles haben.
