Nie vor SP1; oder: Warum ich jetzt endlich auch Vista installieren kann

Donnerstag, 7. Februar 2008, 6.04 Uhr | Giesbert Damaschke

Ich gehöre zu den Leuten, die Windows Vista bislang noch nicht im täglichen Einsatz ausprobiert haben. Das liegt zum einen natürlich daran, dass mein Hauptarbeitscomputer ein iMac ist. Doch das hat mich bislang nicht davon abgehalten, mit Windows XP zu arbeiten. Denn Mac hin oder her, auf Windows komplett verzichten kann ich als IT-Journalist natürlich nicht. Und sei es nur, um um einem Leser oder einem Bekannten bei einem bestimmten technischen Problem zu helfen oder um zu kontrollieren, ob meine Webseiten vom IE 7 so dargestellt werden, wie ich mir das vorgestellt habe.

Daher habe ich meinen Windows-PC beim Wechsel zum Mac auch nicht entsorgt, sondern weiterhin als XP-Maschine eingesetzt. Nach einiger Zeit schien es mir allerdings unsinnig, zwei hochgezüchtete Computer zu benutzen, wo doch auch einer genügten würde. Dann nämlich, wenn ich Windows XP in einer virtuellen Maschine auf dem Mac laufen lasse. Das funktioniert ganz prächtig und seither gibt es in meinem Arbeitszimmer einen überfüssigen Stromfresser und Krachmacher weniger.

Genau das wollte ich auch mit Windows Vista machen, aber da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt aus Redmond gemacht. Dort nämlich hatte man den Einsatz der populärsten Vista-Variante (Home Premium) in einer virtuellen Umgebung ganz einfach verboten. Doch inzwischen hat man auch bei Microsoft eingesehen, dass dieses Verbot vielleicht keine so schlaue Idee war und es aufgehoben.

Nun gab es nur noch einen Punkt, der mich an einer Installation von Vista hinderte: die Faustregel “Nie vor SP1!”. Was soviel heißen soll wie: “Benutze kein Programm, zu dem der Hersteller nicht mindestens ein Update nachgeschoben hat!”

Denn die Erfahrung zeigt, dass die ersten veröffentlichten Versionen eines Programms noch zahlreiche Macken und Mucken haben, die erst einige Wochen und Monate nach dem Release durch Updates und Service Packs behoben werden. Diese Faustregel galt früher schon – Windows 3.0 war ganz ordentlich, aber erst Windows 3.1 lief so rund wie erhofft – und sie gilt nicht nur für Microsoft: Apple schickte seinem neuen Mac OS X 10.5 schon wenige Zeit nach der Veröffentlichung ein Update auf 10.5.1 nach (und das nächste Update auf 10.5.2 steht kurz bevor).

Der wachsende Konkurrenz- und Zeitdruck in der IT-Branche lässt diese alte Faustregel heute fast wichtiger als früher erscheinen. Und so habe ich mit der Vista-Installation so lange gewartet, bis Microsoft das Service Pack 1 für sein Betriebssystem fertig haben würde.

Und genau das ist jetzt der Fall. Das Vista SP1 steht kurz vor der Veröffentlichung. Es wird zwar noch bis ca. April dauern, bis Vista sich über die automatische Update-Funktion selbst mit den nötigen Dateien versorgt (zuerst werden natürlich die großen PC-Händler und wer mag, kann es sich im März bei den Microsoft-Downloads herunterladen), aber das macht ja nichts. Wenn man weiß, dass ein Update kurz bevor steht, kann man eine alte Faustregel schon mal großzügig auslegen.

Übrigens, falls auch Sie mit dem Gedanken spielen, sich jetzt Vista zuzulegen – denken Sie daran, dass Sie durch den Kauf einer OEM-Versionen deutlich Geld sparen können.