Mein Jahr mit dem iPod
Fast genau ein Jahr ist es her, dass ich mir einen iPod von Apple mit 80-GB-Festplatte zugelegt habe. Da ist es vielleicht einmal an der Zeit für eine kurze Zwischenbilanz: wie sind meine Erfahrungen mit dem iPod? Was ist dran am erfolgreichsten Mediaplayer aller Zeiten? Verdient der iPod seinen Ruf oder ist sein Erfolg nur das Ergebnis einer cleveren Marketingstrategie?
Meinen ersten MP3-Player, einen IHP-140 mit einer 40 GB großen Festplatte von iRiver, kaufte ich mir Mitte 2004. Damals schienen mir iPods zwar schick und schön, aber alles in allem auch ganz schön teuer zu sein.
Der iRiver war zwar etwas plump und die Bedienung haklig, aber er tat genau das, was er sollte: er spielte MP3-Dateien ab und diente mir ansonsten als externe Festplatte am PC, von wo aus ich Backupdaten und auch die Musik-Dateien manuell auf den Player kopierte (das mitgelieferte Verwaltungsprogramm war mir entschieden zu krude und undurchsichtig).
Insgesamt war ich zwar nicht begeistert, aber doch zufrieden, setzte den Player allerdings seltener ein, als ich es mir anfangs gedacht hatte und es kam oft vor, dass ich ihn einfach zu Hause vergaß oder im Büro liegen ließ.
Im Januar 2007 liebäugelte ich dann mit dem aktuellen iPod. Inzwischen hatte Apple die technische Ausstattung seiner iPods weiter verbessert, die Preise gesenkt und ich bestellte die 80-GB-Version.
Als ich den iPod wenige Tage später auspackte und zum ersten Mal in der Hand hatte, war mir eines sofort klar: das ist das coolste Stück Hardware, das ich je in der Hand gehabt habe (diese Einschätzung hat sich bis heute nicht geändert.) Es war einfach unglaublich, wie elegant, unauffällig und angenehm ein Gerät gestaltet werden kann, das für den täglichen, mobilen Einsatz gedacht ist.
Schon zu diesem Zeitpunkt ahnte ich, dass ich den iPod mit Sicherheit häufiger einsetzen würde als meinen früheren MP3-Player. Und in der Tat: was beim iRiver die Regel war, kommt beim iPod praktisch nicht vor – ich vergesse den Player nicht und habe ihn fast immer in der Jackentasche.
Der sehr gute Eindruck vom iPod wurde in den nächste Wochen und Monaten noch verstärkt. Ich habe noch nie ein Stück Unterhaltungselektronik benutzt, das sich so unauffällig und nahtlos in meinen Alltag einfügt, das sich so leicht und intuitiv bedienen lässt und das so elegant und angenehm in der Handhabung ist wie dieser Player.
Dabei spielt die Integration mit iTunes natürlich eine große Rolle. Nach anfänglicher Skepsis und einer kleinen Umstellungsphase scheint mir iTunes die derzeit beste Verwaltungssoftware für digitale Medien zu sein – trotz einiger Schwächen, etwa bei der Verwaltung von klassischer Musik, die sich nicht den üblichen Strukturen von Interpret, Song, Album fügen will. Aber dieses Problem teilt iTunes mit anderen Programmen seiner Art.
Nach meinem ersten Jahr mit dem iPod bin ich einmal mehr davon überzeugt, dass es nicht die technischen Details sind, die den Wert eines Produktes ausmachen, nicht die Featurelisten und Messwerte, die in end- und fruchtlosen Tests lang und breit verglichen werden, sondern die gesamte Gestaltung des Produktes, das Zusammenspiel aus Form und Funktion.
Anders gesagt: Der iPod bietet nicht nur Spitzentechnik, sondern er bietet ein Spitzendesign. Und das heißt entschieden mehr und anderes als “sieht gut aus”.
Für mich ist es jedenfalls keine Frage mehr: Einmal iPod, immer iPod.
