Ich will trotzdem ein iPhone

Donnerstag, 20. September 2007, 15.02 Uhr | Giesbert Damaschke

Nach einer Pressekonferenz in London und einer Berlin ist es jetzt offiziell: Ab dem 9. November gibt es Apples iPhone auch in Europa (also zumindest in Großbritannien und Deutschland, aber weitere Länder werden wohl in Kürze folgen).

Gemessen an dem Wirbel, den Apples iPhone in den USA auslöste (oder der, je nach Standpunkt, vom geschickten Marketing ausgelöst wurde), schlägt die nun offizielle Vorstellung des Handys kaum größere Wellen.

Das liegt zum einen wohl daran, dass das Gerät selbst nicht mehr neu ist und viel von seiner ursprünglichen Faszination verloren hat. Seine Funktionen sind inzwischen hinreichend bekannt und wer will, der findet mehr Informationen über das iPhone im Internet, als er je über ein Handy wissen wollte.

Zum anderen aber ist es leider auch so, dass die Markteinführung doch so manchen potentiellen Kunden (also zum Beispiel mich) etwas enttäuscht zurücklässt.

Bis zum Dienstag konnte man darauf hoffen, dass das iPhone in Europa in einer UMTS-Version herauskommen würde. Diesem Traum machte die Pressekonferenz in London den Garaus. Danach war klar, dass das iPhone exakt in der Konfiguration angeboten werden würde wie in den USA. Also: Acht GB Speicher, WLAN, Edge – aber kein UMTS.

Und bis zum Mittwoch hoffte ich darauf, dass das iPhone dann wenigstens hierzulande den Tarifmarkt etwas aufmischen würde. Denn da das iPhone auch als “Internet in der Tasche” vermarktet wird, ist eine passende Datenflatrate für das grenzenlose Surfvergnügen eigentlich unverzichtbar.

Doch genau daran fehlt es hierzulande noch. Hier werden Flatrates vor allem auf Telefonate oder SMS bezogen, nicht aber auf den Internet-Zugriff, für den sich die Mobilfunkanbieter zum Teil fürstlich bezahlen lassen.

Mit der Markteinführung des iPhones, so dachte ich, würde von T-Mobile auch eine Datenflatrate vorgestellt werden, auf die die anderen Anbieter reagieren müssten, so dass es in diesem Bereich endlich ein wenig Bewegung geben würde.

Doch auch diese Hoffnung wurde bislang enttäuscht – Apple und T-Mobile haben überhaupt keine Informationen zu der Tarifstruktur gegeben. Zwar hieß  es, man werde die Tarife erst kurz vor dem Verkaufsstart am 9. November bekannt geben, aber ich befürchte, dass ich nicht nur T-Mobile-Kunde werden, sondern obendrein auch noch die nicht wirklich reizvollen Standardtarife von T-Mobile in Kauf nehmen muss.

Denn dass ich trotz allem unbedingt ein iPhone haben will, steht fest. Nicht unbedingt am 9. November, natürlich. Aber ab dem 10. werde ich wohl unruhig werden.