Happy Birthday, Mr. Gates!
Am 28. Oktober 2005 feierte einer der mächtigsten und reichsten Männer der Welt seinen 50. Geburtstag. Sein voller Name lautet William Henry Gates III., bekannt (und bei manchen Leuten auch berüchtigt) wurde er als Bill Gates. Keine Zeitung oder Zeitschrift lies es sich nehmen, zu seinem Geburtstag einen Beitrag zu bringen, manche, wie zum Beispiel “Die Zeit”, brachten auch gleich zwei.
Da will “PC-Business Know How!” natürlich nicht aus der Reihe tanzen, sondern brav den gebührenden Geburtstagsgruß nach seinem Wohnort Medina senden (auch wenn ich doch so meine Zweifel habe, ob PC-Business Know How! dort bekannt ist): Happy Birthday, Mr. Gates!
Erste Computererfahrungen
Bill Gates wurde am 28. Oktober 1955 als zweites von drei Kindern in Seattle geboren. Seine Eltern sind der Rechtsanwalt William Henry Gates II. und die Lehrerin Mary Maxwell Gates. Bereits mit 13 Jahren sammelte er seine ersten Computererfahrungen auf der privaten Highschool Lakeside School. Dort lernte er auch den etwas älteren Paul Allen kennen, mit der er später seine Firma Microsoft gründete.
Ihre ersten kommerziellen Erfahrungen sammelten Gates und Allen mit einem Verfahren zur Verkehrszählung mit Kleincomputern. Zur Vermarktung des Systems gründeten sie 1971 die Firma “Traf-O-Data”, die ihnen 20.000 Dollar eingebracht haben soll. Mitte der siebziger Jahre begann der “Personal Computer” seinen Siegeszug, Allen und Gates gründeten 1975 die Firma “Micro-Soft” (später: MicroSoft, dann Microsoft), die Software für den PC entwickeln sollte. Um sich vollständig seinem jungen Unternehmen widmen zu können, brach Gates sein 1973 in Harvard begonnenes Jura-Studium ab.
Der Durchbruch mit Microsoft
Die Firma Microsoft brachte vor allem Programmiersprachen heraus, von denen der Basic-Interpreter von Bill Gates persönlich programmiert wurde. Gates und Allen gelang es, die Hersteller der PC-Bausätze davon zu überzeugen, ihre Hardware zusammen mit den Programmiersprachen von Microsoft auszuliefern, so dass das Unternehmen mit jedem verkauften PC einen Lizenzbetrag einnahm.
Der Durchbruch kam 1980, als IBM auf der Suche nach einem Betriebssystem für den neu geplanten IBM-PC war und dabei auch Microsoft kontaktierte. Das Unternehmen hatte zwar kein Betriebssystem im Angebot, Gates kaufte aber kurz entschlossen für 50.000 das Betriebssystem “Quick and Dirty OS” und Microsoft entwickelte in Rekordzeit das darauf basierende MS-DOS. IBM bündelte jeden PC mit diesem Betriebssystem, der PC wurde zu einem phänomenalen Erfolg und bescherte der Firma pro verkauftem Gerät eine Lizenzgebühr von 10,00 Dollar.
Vom Nerd zum Familienvater
Gates haftete lange Zeit das Image des weltfremden Computer-Nerds an und Robert X. Cringley porträtiert ihn in seinem Klatsch-Buch “Unternehmen Zufall. Wie die Jungs vom Silicon Valley Milliarden scheffeln, die Konkurrenz bekriegen und trotzdem keine Frau bekommen” als gestörten Neurotiker zwischen Größenwahn und Tobsuchtsanfällen, dem seine Untergebenen mal sagen müssten, dass er sich die Haare waschen soll.
Dieses nicht gerade positive Image ist Gates spätestens mit seiner Heirat 1994 los geworden. Mit seiner Frau, der Programmiererin Melinda French, hat Gates inzwischen drei Kinder (zwei Töchter, einen Sohn). Im Jahr 2000 zog sich Gates zum größten Teil aus dem operativen Geschäft bei Microsoft zurück und übergab die Firmenführung an Steve Ballmer, den er bereits seit seinem Jura-Studium kennt. Gates ist nun Aufsichtsratsvorsitzender von Microsoft und wird als “Chief Software Architect” geführt.
Der spendabelste Mensch der Welt
Der große wirtschaftliche Erfolg seiner Firma Microsoft machte Bill Gates laut dem Wirtschaftsmagazin “Forbes” nun schon zum zehnten Mal in Folge zum reichsten Mann der Welt, sein Privatvermögen wird auf derzeit gut 50 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Doch Gates ist nicht nur ein sehr reicher Mann, sondern auch ein sehr spendabler. Niemand stiftet und spendet so viel Geld wie er. Die zusammen mit seiner Frau gegründete “Bill & Melinda Gates Foundation” ist die größte Stiftung der Welt und hat sich vor allem der medizinischen Forschung und Versorgung verschrieben. Die Stiftung verfügt über ein Vermögen von rund 34 Milliarden US-Dollar. Gates gibt an, dass er bis zu seinem Lebensende etwa 90 bis 95 Prozent seines Privatvermögens für wohltätige Zwecke gespendet haben wird.
Neben Computern interessiert sich Gates auch für Kunst und hat zur Erhaltung von Kunstwerken eine weitere Stiftung ins Leben gerufen. Ihm gehört mit “Corbis” die größte Bildagentur der Welt und als Sammler hat er zum Beispiel den “Codex Leicester” von Leonardo da Vinci gekauft. Gates hortet seinen Schatz nicht, sondern stellt das in den Jahren 1506 bis 1510 entstandene Manuskript für Ausstellungen zur Verfügung.
Rastlos in Sachen Microsoft
Sein 50. Geburtstag ist für Gates kein Anlass, über seine Rückzug als Privatier nachzudenken, im Gegenteil. Auch nach seinem 50. Geburtstag ist Gates rastlos in Sachen Microsoft unterwegs.
Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem er nicht ein Interview gibt, über die digitale Zukunft spekuliert und die Rolle, die Microsoft in ihr spielen wird.
In einem BBC-Interview verriet er nun eines der Unternehmens-Ziele: Bei der Entwicklung von Suchtechnologien größer und wichtiger zu werden als Google. Doch nicht nur Google ist für Microsoft ein ernstzunehmender Konkurrent, Gates nannte auch Apple, Nokia und Sony.
