Gründliches Plattenputzen
Gestern war es mal wieder soweit: Ein fünf Jahre alter PC hatte ausgedient und sollte ausgemustert werden. Er ist noch voll funktionsfähig und Windows XP läuft recht ordentlich, also wird die Maschine nicht entsorgt, sondern an einen Bekannten verschenkt, der damit sein privates Linux-Netzwerk weiter ausbauen möchte.
So weit war alles klar, aber es blieb ein kleines Problem: Ich hatte beim besten Willen keine Ahnung mehr, was für Daten auf der Maschine gespeichert waren. Im Laufe der Zeit sammelt sich ja einiges an – auch etwas, was man vielleicht nicht unbedingt andere Leute weitergeben möchte.
Natürlich vertraue ich meinem Bekannten und gehe nicht davon aus, dass er nun die Festplatte nach sensiblen Daten durchstöbert, sondern die Platte neu partitioniert und Linux installiert. Aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail und es gibt unzählige Möglichkeiten, wie auch ein so einfacher Plan schief gehen kann.
Da ist es doch besser, bereits vor der Weitergabe eines PCs dafür zu sorgen, dass sich auf seinen Festplatten kein Datenfitzelchen mehr findet.
Was also tun? Ein simples Löschen der Daten reicht im Falle eines Falles ja nicht aus, hier muss man zu handfesten Lösungen greifen, um für porentiefe Sauberkeit zu sorgen.
Glücklicherweise ist das ganz einfach und nur eine Zeitfrage. Denn schließlich gibt es DBAN, “Darik’s Boot and Nuke“. Das ist ein kostenloses Open-Source-Programm, das genau das macht, was sein Name verspricht: Es bootet einen PC und “nuked” ihn, löscht die gesamte Festplatte so gründlich, dass auch die größte Neugier daran zuschanden wird.
Das Tool passt auf eine normale 1,44-Zoll-Diskette, kann aber auch von einem USB-Stick oder eine CD kopiert werden. Es besteht aus einem Linux-Kernel zum Booten des PCs und verschiedenen Routinen zum restlosen Löschen sämtlicher Daten auf allen installierten Laufwerken. Bei seinen Hardwareanforderungen ist es äußerst sparsam. Es kommt bereits mit acht MB RAM aus und läuft mit praktisch jedem Intel- oder AMD-PCs. Dabei bietet es verschiedene Löschmethoden an, darunter auch eine, die selbst für die NSA als sicher genug gilt.
Der einzige Haken ist wie gesagt die Zeit: Die Standardprozedur dauerte bei der alten 80-GB-Festplatte ca. drei Stunden, je größer die zu löschenden Platten sind, desto länger dauert der Vorgang. Aber das sollte einem die Sicherheit Ihrer Daten schon wert sein.
Falls Sie auch einmal in die Situation kommen, digitale Altlasten von einem alten Computer zu entfernen – greifen Sie vertrauensvoll zu DBAN.
