Europas Onliner sind leichtsinnig im Umgang mit Kennwörtern

Mittwoch, 24. Oktober 2007, 16.46 Uhr | Giesbert Damaschke

Es gibt eine Handvoll Grundregeln im Umgang mit Computern & Internet, die kann man gar nicht oft genug wiederholen.

Vielleicht nicht an erster Stelle, aber auf jeden Fall ganz weit vorn steht hier der Hinweis auf die enorme Bedeutung von Kennwörtern und wie wichtig es ist, ein möglichst sicheres Kennwort zu benutzen.

Wobei “möglichst sicher” nicht nur heißt, dass es für einen Menschen schwer zu erraten ist, sondern auch für eine Maschine. Schließlich rücken professionelle Datendiebe kennwortgeschützten Daten mit speziellen Knackprogrammen zu Leibe, die im Prinzip mit dem Wortschatz eines Wörterbuchs gefüttert werden, den sie dann sturheil Wort für Wort durchprobieren. Ganz egal, wie ungewöhnlich und schwer zu erraten einem ein Kennwort aus dem Wörterbuch vorkommen mag – so ein Knackprogramm findet es in wenigen Sekunden.

Die üblichen Kose- und Schmusenamen von Freund, Freundin und Haustier sind als Kennwort also genau so tabu, wie ein blind aus dem Wörterbuch herausgefischter Begriff.

Anlass für solche grundlegenden Überlegungen bietet eine aktuelle europaweite Studie die von Ciao Surveys im Auftrag von McAffee durchgeführt wurde. Dazu befragte man 3.500 Anwender in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Spanien zu ihrem Umgang mit Online-Kennwörtern.

Das Ergebnis ist, wie fast immer bei solchen Umfragen, einigermaßen deprimierend. Denn rund ein Viertel alle Befragten benutzen für alle Online-Belange (vom Einkaufskorb bei Amazon über den Zugang zu einem Webforum oder dem Abruf von E-Mail) ein- und dasselbe Kennwort: Kennt man eines, kennt man alle. Obendrein wird das Kennwort von über 40 Prozent der Anwender nie geändert, so dass Datendiebe unter Umständen auch auf längst vergessene Konten und Daten im Internet zugreifen können.

Die Marktforscher konnten auch eine Hitliste der beliebtesten Kennwörter aufstellen. Danach steht der Name des Haustiers an erster Stelle, gefolgt vom Hobby des Anwenders und dem Mädchennamen der Mutter.

Die deutschen Anwender setzen etwas andere, aber durchaus keine sichereren Prioritäten:

Die Top 5 der deutschen Kennwörter

  1. Name des Haustiers
  2. Mädchenname der Mutter
  3. Name bzw. Kosename des Partners
  4. Lieblings-Reiseziel
  5. Hobby

Und als sei das noch nicht übel genug, wählen rund zwei Drittel der Befragten kurze Kennwörter aus sechs oder gar noch weniger Buchstaben.