Eine gute Nachricht zum Wochenstart
Ist Ihnen aufgefallen, dass Sie in den letzten Tagen weniger Spam bekommen haben? Nein? Mir bislang leider auch nicht. Aber es kan sich nur noch um eine Frage der Zeit handeln. Denn die Festnahme von Robert Alan Soloway sollte sich eigentlich in fallendem Spamvolumen bemerkbar machen.Der 27jährige Soloway ist schließlich einer der größten und skrupellosesten Gangster, die aktuell das Internet missbrauchen. Soloway hat nicht nur im sehr großen Stil Spam verschickt, sondern professionell so genannte “Botnetze” betrieben und an zahlende Kunden vermietet. Wer 20 Millionen Spams in die Welt blasen wollte, der konnte das über ein Botnetz des Herrn Soloway für knapp 500 US-Dollar tun.
Ein Botnetz ist ein Netzwerk aus gekaperten privaten Internet-PCs, die ohne Wissen des Anwenders als Spamschleuder dienen.
Kürzlich fragte mich Leserin Friederika P. aus Köln, warum überhaupt Trojaner und Viren verschickt werden und was die Absender davon eigentlich hätten. Nun, das ist die Antwort: Viele dieser Schadensprogramme dienen dem heimlichen Aufbau ferngesteuerter Netzwerke. Diese Netzwerke werden an Spammer vermietet oder für Großangriffe auf Server benutzt.
Soloway war einer der großen Botnetz-Betreiber, aber jetzt hat man ihm das Handwerk gelegt. Nach mehreren Prozessen, Schuldsprüchen und Geldstrafen in Millionenhöhe, die ihn in den letzten Jahren allesamt nicht davon abgehalten haben, sein verbrecherisches Treiben fortzusetzen, wird es nun ernsthaft eng für ihn.
Da er seine Straftaten über Botnetze in mehreren US-Bundesstaaten und grenzüberschreitend begangen hat, wird er dieses Mal nicht mit einer Geldstrafe davon kommen, die er aus der Portokasse bezahlen kann. Diese Mal droht ihm eine lange, mehrjährige Gefängnisstrafe. Insgesamt muss er sich für 35 Straftaten vor Gericht rechtfertigen, von Betrug bis zur Geldwäsche ist so ziemlich alles dabei, was schäbig und profitabel genug ist.
Die Festnahme Soloways – die, da sind sich die Prozessbeobachter einig – damit enden wird, dass er für mehrere Jahre aus dem Verkehr gezogen wird (an seiner Schuld besteht kein Zweifel, es geht nur noch um die Höhe des Strafmaßes) ist eine gute Nachricht für alle Internetanwender. Nicht nur, weil damit zumindest für einige Zeit eine der zehn größten Spamquellen versiegt ist, sondern auch, weil sich die Ermittler nun detaillierte Einsichten in Strukturen und Methoden krimineller Spammerbanden versprechen.
Ich finde, das ist ein guter Wochenauftakt.
