Eine dumme Idee und ihre Folgen
Vor ein paar Wochen kam ich auf die wirklich dumme Idee, mein Powerbook aufräumen zu wollen. Ich löschte jede Menge Software, stöberte in Verzeichnissen, in denen mich normalerweise nicht aufhalte, löschte hier und da ein paar Dateien, auf die ich verzichten zu können glaubte und beantwortete gelegentlich aufscheinende Sicherheitsabfragen beherzt mit “Ja” und der Eingabe meines Admin-Kennwortes.
Danach hatte ich ein paar GB mehr Speicher auf dem Powerbook – und leider auch jede Menge Ärger. Denn seitdem zeigte das System ein sehr ungewöhnliches Verhalten. Ab und an quittierten Programme wie der Browser oder Mailer kommentarlos ihren Dienst und den ansonsten extrem seltenen Totalabsturz von Mac OS X, die so genannte “Kernel Panic” sah ich nun alle zwei, drei Tage.
Mir war zwar schnell klar, dass ich bei meiner Aufräumaktion wohl des Guten zuviel getan und Dateien gelöscht hatte, die das System wohl noch benötigte, aber diese Erkenntnis kam, wie alle guten Einfälle, natürlich zu spät.
Also machte ich mich an diesem Wochenende daran, das System neu aufzusetzen. Nachdem ich ein Backup der wichtigsten Daten und Dateien gemacht habe (wozu ein iPod nicht alles gut sein kann …), legte ich die “Tiger”-DVD ein und startete die Neuinstallation.
Alles lief nach Plan, die Hardwareprüfung und der DVD-Check liefen tadellos durch, die Neuinstallation begann und sollte rund 30 Minuten dauern. Ich ging kurz aus dem Zimmer, holte mir einen Tee, kam zurück – und sah die Meldung, dass die Installation leider abgebrochen werden musste, weil eine Datei nicht lesbar gewesen sei. Nach dem ersten Schock startete ich einen zweiten Versuch. Diese Mal blieb ich sitzen und dieses Mal lief alles tadellos ab. Nach rund 30 Minuten bootete der Rechner neu und ich hatte ein sauberes und aufgeräumtes System.
Dann versuchte ich, über mein WLAN ins Internet zu gelangen, um von dort die diversen Systemupdates zu laden, scheiterte aber daran, dass das Powerbook sich beharrlich weigerte, den Airport-Router korrekt zu identifizieren. Auch der Versuch, mit über ein LAN-Kabel direkt mit dem DSL-Modem zu verbinden schlug fehl. Glücklicherweise hatte ich zufällig ein funktionierendes MacBook übers Wochenende dabei. Damit konnte ich mich beim Airport anmelden und ihn so konfigurieren, dass auch mein Powerbook auf ihn zugreifen konnte.
Inzwischen war gut eine Stunde vergangen und ich war endlich online. Der Mac zog in drei Durchgängen und mit zwei Neustarts insgesamt rund 500 MB Updates, danach war mein System endlich auf dem neuesten Stand. Insgesamt dauerte der komplette Vorgang rund zwei Stunden. Anschließend konnte ich damit beginnen, die Dateien aus dem Backup zu kopieren, diverse Programme neu zu installieren und allerlei Einstellungen anzupassen. Diese Kleinigkeiten summierten sich derart auf, dass ich auch jetzt, rund 6 Stunden nach der Neuinstallation des Geräte, noch nicht fertig bin.
Weshalb ich meinen Bericht vom Sonntag hier abbreche und mich wieder der Systempflege zuwende.
