Die Festplatte im Internet
Und wieder einmal sorgt Google für Schlagzeilen. Angeblich, so berichtet das Wall Street Journal, bereite Google einen neuen Dienst namens “My Stuff” vor. Dabei soll es sich um eine “Online-Festplatte” handeln, also um Massenspeicher, auf die man via Internet zugreifen kann und die am Computer wie eine normale, externe Festplatte oder wie ein USB-Stick angesprochen werden.
Bei der Berichterstattung um Google neuesten Coup wird allerdings oft vergessen, dass eine “Festplatte im Internet” nicht von Google erfunden wurde, sondern schon seit längerer Zeit bei einer ganzen Reihe von Anbietern zu haben und eigentlich ein recht alter Hut ist.
Bislang haben sich solche ausgelagerten Massenspeicher allerdings nicht durchsetzen können. Denn so vorteilhaft eine Festplatte im Internet auch ist – sie ermöglichen den orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf Daten–, so hat das Verfahren doch auch mindestens zwei eher bedenkliche Aspekte:
- Datensicherheit: Wer Daten auf einem Server im Internet speichert, der muss sicherstellen, dass diese Daten nicht von jedermann eingesehen werden können. Weder von den anderen Leuten im Internet und auch nicht von den Mitarbeitern des Speicherplatz-Anbieters. Da hilft nur die Verschlüsselung der Daten.
- Geschwindigkeit: Der Zugriff auf eine Festplatte im Internet ist um ein Vielfaches langsamer als ein Zugriff auf eine interne Festplatte im Computer. Da hilft auch die schnellste DSL-Verbindung nichts, das die hohen Bandbreiten nur beim Download, nicht beim Upload erreicht werden. Was nützen einem 200 GB Speicher auf einer Online-Festplatte, wenn man für das Speichern von Dateien unter Umständen Stunden benötigt?
Hinzu kommt im Falle Googles noch ein dritter Punkt: Möchte man wirklich einem Unternehmen seine Daten anvertraut, das davon lebt, diese Daten automatisch für die punktgenau Platzierung von Anzeigen zu analysieren? Ich zum Beispiel möchte das ganz bestimmt nicht.
