Dauerplage Spam

Mittwoch, 9. April 2008, 9.28 Uhr | Giesbert Damaschke

Es ist wirklich zum Haareraufen. Kaum gibt es im Internet einen neuen Kommunikationskanal, schon kommen die Spammer und missbrauchen ihn für ihre Zwecke. Angefangen hat es im Usenet (den “Schwarzen Brettern” im Internet), dann kam die elektronische Post dran (bis heute dürfte Spam per E-Mail das größte Problem sein), inzwischen stürzt sich die Spammermeute mit Vorliebe auf Gästebücher, Kommentarfelder und so genannte “Pings” oder “Trackbacks”.

Wie so manche Neuerung der letzten Zeit stammen auch Trackbacks aus der Blogger-Szene. Hier ist es gängige Praxis, dass die Besucher der Site einen Beitrag kommentieren können und die Blogs untereinander stark vernetzt werden. Diese Vernetzung erfolgt webtypisch über Links. Damit das verlinkte Blog nun auch weiß, dass ein anderes Blog auf es verlinkt, wird eine automatische Linkbenachrichtigung verschickte. Diese Benachrichtigung landet als automatisch erzeugter Kommentar beim entsprechenden Posting. So kann man in den Reaktionen auf einen Artikel im Blog nicht nur die direkten Kommentare der Besucher erfassen, sondern auch die indirekten auf anderen Webseiten bzw. in anderen Blogs sichtbar machen.

So praktisch das ist, so leicht lässt sich dergleichen missbrauchen. Es gibt inzwischen vollständig automatisch erzeugte Spamblogs, deren einziger Inhalt zusammengeklaute Artikel aus anderen Blogs bilden und die fleißig alle möglichen anderen Blogs verlinken. Ziel dieser Aktion ist es, die Besucher dieser anderen Blogs über die automatisch erzeugten Trackbacks auf die Spammerseite zu locken, in der Hoffnung, dass man dort auf eine der Anzeigen klickt.

Inzwischen ist dieser Trackback-Spam zu einer regelrechten Plage geworden, so dass Betreiber einiger größerer Blogs, diese eigentlich nützliche Funktion entnervt ausgeschaltet haben. So hat der amerikanische IT-Fachautor Ed Bott jüngst ermittelt, dass das Verhältnis von erwünschten zu Spam-Trackbacks 1:20 beträgt und daraufhin die Funktion kurzerhand deaktiviert.

In meinem eigenen Blogs hält sich der Trackback-Spam noch einigermaßen in Grenzen und wird glücklicherweise noch der Filtersoftware Akismet aufgefangen. Wie lange das noch gut geht, weiß ich nicht, sicher ist nur, dass die Spamfluten anschwellen. Vor rund zwei Stunden habe ich die Filter geleert und jetzt haben sich schon wieder 48 Spams in ihnen verfangen. 35 davon sind Spam-Kommentare, 13 Trackback-Spam.

Ich kann nur hoffen, dass Akismet auch bei wachsender Belastung zuverlässig bleibt. Es wäre schon sehr bedauerlich, wenn ich Eds Beispiel folgen müsste