Das tödliche Klicken und der Speicherroboter
Eines der Dauerthemen aller Computernutzer ist die Datensicherung. Wer weiterhin ruhig schlafen will, der sollte vielleicht nicht so genau darüber nachdenken, welche Daten auf der Festplatte seines Computers schlummern – und was passieren würde, wenn diese Platte am nächsten Morgen nicht mehr ansprechbar wäre.
Mir selbst sind zwar schon Festplatten unter den Händen weggestorben, glücklicherweise hat sich der Datenverlust aber in Grenzen gehalten. Doch das typische, metallische Klicken, das eine Platte kurz vor dem Exitus hören lässt, habe ich heute noch im Ohr und sobald eine meiner Festplatten Geräusche macht, verfalle ich in leichte Panik.
Jedesmal nehme ich mir vor, nun aber ganz bestimmt meine Daten regelmäßig und sorgfältig zu sichern, jedesmal siegt meine Faulheit. Wird schon nichts schief gehen, denke ich dann und bereite mich heimlich zumindest mental auf einen möglichen Datenverlust vor.
Das ist, natürlich, ein riskantes Vabanque-Spiel und unverantwortlicher Leichtsinn. Doch damit ist in absehbarer Zeit vermutlich Schluss. Denn endlich ist die technische Entwicklung soweit, dass sich der Computer selbst um die Backups und Sicherungskopien kümmert.
Sowohl für Windows Vista als auch für Mac OS X gibt es Lösungen, die alle Daten automatisch sichern, ohne dass man sich darum noch kümmern müsste. Und der Hersteller Data Robotics hat jetzt mit seinem neuen System Drobo den “weltweit ersten Speicherroboter” vorgestellt, der die Standardprobleme externer Festplatten – umständliche Konfiguration, Anfälligkeit der Platten – zu lösen verspricht.
Wie andere Systeme auch bündelt Drobo bis zu vier Festplatten und stellt sie am PC oder Mac als eine externe Platte zur Verfügung. Dabei werden ca. 50 Prozent der Gesamtkapazität für die redundante Datenspeicherung benutzt. Das ist für sich noch nicht neu oder gar revolutionär, denn das macht im Prinzip jedes Raid-System.
Was Drobo allerdings einzigartig macht, ist zum einen die extrem leichte Bedienung, zum anderen die erstaunliche Flexibilität.
Denn man kann buchstäblich jederzeit – also auch im laufenden Betrieb – eine Platte austauschen oder eine weitere Platte hinzufügen. Deckel auf, Platte rein, Deckel zu: Um den Rest kümmert sich Drobo. Man muss nichts konfigurieren, nichts beachten und kann überdies beliebige Platten unterschiedlicher Größen mischen. Bei einem Raid muss man peinlich genau darauf achten, dass man identische Platten benutzt, bei Drobo spielt das keine Rolle, man kann einbauen, was man gerade zur Hand oder günstig erstanden hat.
Einziger Haken des Systems: Bislang gibt es das nur in den USA. Aber das wird sich wohl in den nächsten Monaten ändern. Bis zur nächsten Cebit wird es diese Lösung wohl auch hier geben.
Allmählich, so steht jedenfalls zu hoffen, verliert das Thema “Datensicherung” wohl seine Schrecken. Zeit wird’s.
