Das Netz in Bewegung
Da bewegt sich was. Nämlich auf den Webseiten im Internet: es gibt kaum noch eine Webseite, auf der nicht ein mehr oder weniger großes Filmchen läuft, und sei es nur in Form einer Bannerwerbung. Ermöglicht wird der stetig anwachsende Videoboom der letzten Monate durch die Flash-Technologie, die anfangs nur dazu diente, Vektorgrafiken zu animieren und inzwischen, nach gut zehn Jahren, die zuvor etablierten Videoformate wie WMV von Microsoft oder Realvideo von Real aus dem Feld geschlagen hat.
Die wohl bekannteste Webseite, die Filme im Flash-Format anbietet, ist Youtube. Hier dürfen die Anwender bis zu 1 GB (!) an Filmdaten publizieren – und das tun sie in rauen Massen, auch wenn gefühlte 90 Prozent der über Youtube verfügbaren Inhalte urheberrechtlich in einer schon sehr dunkelgrauen Ecke stehen.
Nun sorgt Yahoo dafür, dass der Flash-Boom deutlich anziehen dürfte. Denn wenn auch Youtube zum Google-Imperium gehört, so hat sich Konkurrent Yahoo die weltweit größte Fotoseite Flickr gesichert. Und ab sofort können Flickr-Kunden nicht nur Fotos, sondern auch Videos publizieren.
Allerdings schlägt man einen deutlich anderen Weg ein als Youtube. Das beginnt bereits damit, dass nicht jeder Anwender Filme auf den Flickr-Server laden, sondern nur zahlende Kunden. Zum anderen sind die Filme in Länge und Dateigröße stark beschränkt. Länger als 90 Sekunden darf kein Video sein und größer als 150 MB auch nicht. Schließlich, so argumentiert Flickr, bestünde der zentrale Grundgedanke der Fotosite darin, einen Augenblick festzuhalten. Unter diesem Aspekt sieht man die Video-Clips eher als “langes Foto” und nicht als “Film”. Doch nicht nur das. Mit den engen Spielregeln erreicht Flickr auch, dass das Angebot nicht von anonymen Anwender missbraucht werden kann.
