Das Jahr des iPhones

Montag, 31. Dezember 2007, 10.00 Uhr | Giesbert Damaschke

Zum Jahresende ist es üblich, die Ereignisse des Jahres Revue passieren zu lassen. Das ist bei Damaschkes Daily natürlich nicht anders und so habe ich ein wenig darüber nachgedacht, welche Trends und Techniken in diesem Jahr besonders prägend und zukunftsweisend gewesen sind. Dabei ist mir spontan nur ein Produkt eingefallen: Apples iPhone. Natürlich gab es noch eine ganze Reihe anderer Entwicklungen, etwa die Markteinführung von Windows Vista, der Boom der Web-2.0-Angebote oder die allmählich besorgniserregende staatliche Sammelwut digitaler Daten, wie sie sich in dem Phantasma der “Online-Durchsuchung” und in der Realität gewordenen “Vorratsdatenspeicherung” niederschlägt (gegen die derzeit zwei Verfassungsbeschwerden eingereicht wurden).

Doch beim Rückblick ist es vor allem Apples Handy, das die Schlagzeilen in diesem Jahr bestimmte wie kein Ereignis sonst in der IT-Branche. Seit seiner Vorstellung im Januar 2007 dominierte das Handy die Berichterstattung. Und zwar so sehr, dass sich der IT-Journalist Matthias Kremp bei Spiegel Online nichts sehnlicher zu Weihnachten wünschte, als “eine Woche, oder lieber gleich einen ganzen Monat”, in dem er “nicht mehr über iProdukte schreiben” müsse: “Ganz besonders nicht über jenes iProdukt, mit dem man telefonieren kann”. Dabei ist Kremp kein Apple-Hasser, im Gegenteil. Und sein iPhone mag er so schnell auch nicht mehr hergeben.

Mit seinem Stoßseufzer steht Kremp nicht allein. Wenn ich mich unter Kollegen und Freunden über das abgelaufene IT-Jahr unterhalte, fällt fast sofort das Stichwort “iPhone”, gefolgt von einem “Ich kann’s nicht mehr hören!” Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten 15 Jahren etwas Vergleichbares erlebt zu haben.

Mit seinem ersten Handy scheint Apple so punktgenau den Nerv getroffen zu haben, dass selbst die durchaus vorhandenen Mängel des iPhones und Apples restriktive Verkaufspolitik dem Erfolg des Gerätes Abbruch getan hätten. Selbst die vehementesten Kritiker räumen inzwischen ein, dass Apple gewissermaßen aus dem Stand der Mobilfunkbranche neue Impulse gegeben und die Entwicklung einer gesamten Branche beeinflusst hat.

Aber damit soll’s für dieses Jahr mit IT-Dingen wirklich genug sein, schließlich gibt es ein Leben jenseits des Computer-Bildschirms: Genießen Sie den Tag, feiern Sie Silvester und kommen Sie gut ins neue Jahr! 2008 sehen wir uns wieder.