Danke, Microsoft!
Als einfacher Mailempfänger ist man dem Treiben der Spammerbanden nahezu hilflos ausgeliefert. Man kann zwar durch Filterprogramme verhindern, dass die Müllberge es bis in das eigene Postfach schaffen, aber gegen die Spamgangster selbst ist man in der Regel machtlos. Als Empfänger einer Mail verfügt man üblicherweise weder über die notwendigen Kenntnisse noch über die technischen und finanziellen Ressourcen, um einem Spammer das Handwerk zu legen. Dazu braucht es andere. Unternehmen wie Microsoft zum Beispiel.
Zwar kämpft man selbst in Redmond oftmals hilf- und chancenlos gegen einen nur schwer zu fassenden Gegner, doch manchmal hat man halt doch Glück und landet nach zähem, langwierigen Kampf einen Volltreffer.
So wie jetzt. Denn jetzt hat Microsoft Deutschland letztinstanzlich gegen einen Pornospammer aus Schleswig-Holstein gewonnen. Der nämlich bombardierte mit seinen Dreck Hunderttausende von Mailboxen und nutzte dabei gefälschte Hotmail-Adressen als Absender. Genau an dieser Stelle kommt Microsoft ins Spiel. Denen gehört nämlich der Maildienst Hotmail und sie sehen es gar nicht gern, wenn Hotmail für miese Zwecke imageschädigend missbraucht wird. Ein solcher Missbrauch liegt, so argumentierte Microsoft, eindeutig vor, wenn Spam scheinbar von Hotmail-Servern verschickt werde.
Die Anfänge des Rechtsstreites reichen bis Ende 2003 zurück, als Microsoft eine einstweilige Verfügung gegen die norddeutsche Spamschleuder erwirkte. Die stellte ihr Treiben aber nicht ein, wurde 2006 zu einer Ordnungsstrafe von 10.000 Euro verurteilt, anschließend ging der Fall durch die Instanzen und wurde nun endgültig vom BGH entschieden. Der Müllmann aus Schleswig-Holstein wurde zur Unterlassung und Schadensersatz verurteilt.
Wir werden von diesem Sieg vor Gericht nicht viel merken, das Spam-Aufkommen in unseren Postfächern wird dadurch nicht verringert. Aber immerhin, es bleibt uns die Schadenfreude darüber, dass der Mistkerl ordentlich abgewatscht wurde.
Danke, Microsoft!
