Adressen machen Leute

Dienstag, 6. Mai 2008, 16.29 Uhr | Giesbert Damaschke

Und wieder eine Studie, die mit einigem Aufwand etwas herausgefunden hat, was eigentlich jedem unmittelbar einleuchtet, der ein paar Minuten nachdenkt.

Nämlich dass auch die E-Mail-Adresse Signalwirkung hat und die Kommunikation mit dem Gegenüber beeinflusst. Eine Adresse wie „scharfemaus@hotmail.com“ wirkt auf Anhieb unseriöser als sagenwirmal „giesbert@damaschke.de“. Gell, da staunen Sie! Kaum zu glauben, aber wahr, haben die Psychologen der Uni Leipzig alles haarklein untersucht.

Die TLD „.de“ wirkt seriöser als „.com“, ganz besonders dann, wenn der richtige Name des Absenders in der Adresse auftaucht; kuschlige Mailadresse („sabinchen@frauenzimmer.de“) lasse auf gutmütige Personen schließen (ich würde da ja eher auf alberne Nerverl tippen, aber so kann man sich irren).

Für ihre Studie legten die Forscher 100 Personen 600 Mail-Adressen von Schülern im Alter zwischen 15 und 18 Jahren vor und baten sie, über die Persönlichkeit der Adresseninhaber zu spekulieren.

Wer das alles en detail nachlesen will, der sollte das Journal of Research in Personality im Auge behalten, dort nämlich soll die Studie demnächst publiziert werden.

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2 Kommentare zu Adressen machen Leute

Tanja schreibt:
12. Mai 2008, um 17:08

…und wieder einmal der Beweis, dass nicht jeder den Unterschied zwischen Alltagspsychologie und wissenschaftlicher Psychologie tatsächlich kennt, obwohl er eigentlich jedem unmittelbar einleuchtet, der ein paar Minuten nachdenkt.

coolcat schreibt:
15. Oktober 2008, um 15:22

… ja, so kann man mich aus der Reserve locken, wenn sich nämlich weibliche und männliche Mausis, die höchstwahrscheinlich in solchen Bereichen tätig sind, bemüßigt fühlen, sich gegen den gesunden Menschenverstand zu wehren. Ich bin nur zu diesem alten Beitrag geraten, weil der Link in einem ähnlichen Kommentar vom 14.10.08 zu finden war.

“Wissenschaftliche Psychologie” – isn’t that a contradiction in terms?

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